Immobilienmarktbericht Erfurt Q4 2025

1. Häuser zum Kauf
aktuellem Quartal)
Der Häusermarkt in Erfurt gibt sich im Q4 2025 ausgesprochen dynamisch. Mit einem Durchschnittspreis von 3.137 €/m² liegt das Preisniveau deutlich über dem Vorjahr (+9,24%). Die Preisspanne reicht von 1.217 €/m² bis 5.129 €/m², was die heterogene Marktstruktur widerspiegelt. Das Quartalswachstum von 4,49% unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach Eigenheimen in der thüringischen Landeshauptstadt. Die Preisunterschiede zwischen den Stadtteilen sind erheblich. Während in Randlagen wie Marbach oder Urbich Häuser bereits ab 1.300 €/m² erhältlich sind, werden in der begehrten Löbervorstadt oder dem Brühlervorstadt bis zu 4.800 €/m² aufgerufen. Das mittlere Preissegment um 3.100 €/m² findet sich vorwiegend in etablierten Wohnlagen wie Daberstedt oder dem Rieth. Die starke Jahresentwicklung und das robuste Quartalswachstum deuten auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hin. Erfurt profitiert weiterhin von seiner Attraktivität als Landeshauptstadt und Universitätsstandort. Die begrenzte Neubautätigkeit bei gleichzeitig stabiler Nachfrage dürfte das Preisniveau stützen. Moderate weitere Preissteigerungen erscheinen wahrscheinlich, wobei die Entwicklung stark von der gesamtwirtschaftlichen Lage abhängen wird.
2. Wohnungen zum Kauf
aktuellem Quartal)
Der Eigentumswohnungsmarkt zeigt sich im Q4 2025 rückläufig. Bei einem Durchschnittspreis von 2.812 €/m² liegt das Niveau 5,57% unter dem Vorjahr. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 1.842 €/m² und 4.655 €/m². Der Quartalsrückgang von 3,41% signalisiert eine spürbare Marktabkühlung, die möglicherweise auf gestiegene Finanzierungskosten und Kaufzurückhaltung zurückzuführen ist. Die Altstadt und das Andreasviertel bilden mit Preisen um 4.200 €/m² die Spitze des Marktes. Mittelpreisige Wohnungen zwischen 2.500 und 3.000 €/m² dominieren in Stadtteilen wie der Krämpfervorstadt oder Johannesplatz. Günstigere Optionen ab 1.900 €/m² finden Käufer in Herrenberg oder im Wiesenhügel, wo vor allem ältere Bestandswohnungen den Markt prägen. Nach der deutlichen Preiskorrektur dürfte sich der Markt mittelfristig stabilisieren. Die negative Entwicklung könnte eine Bodenbildung darstellen, von der aus sich neue Kaufgelegenheiten ergeben. Die Universitätsstadt Erfurt behält ihre Grundattraktivität, sodass bei verbesserter Finanzierungslage eine Markterholung wahrscheinlich erscheint. Kurzfristig ist jedoch mit weiterer Seitwärtsbewegung oder leichten Rückgängen zu rechnen.
3. Häuser zur Miete
aktuellem Quartal)
Der Mietmarkt für Einfamilienhäuser (ca. 120-140 m²) präsentiert sich stabil aufwärts gerichtet. Mit durchschnittlich 12,49 €/m² liegt das Mietniveau 4,87% über dem Vorjahr. Die Spanne reicht von 8,06 €/m² bis 18,00 €/m², wobei das moderate Quartalswachstum von 0,89% auf eine Konsolidierung nach stärkeren Vorquartalen hindeutet. Die Nachfrage nach Mietshäusern bleibt in Erfurt konstant hoch. Premium-Lagen wie die Löbervorstadt oder das Hanseviertel erreichen Spitzenmieten von 16,50 bis 17,50 €/m² für Einfamilienhäuser. Im mittleren Segment zwischen 11,00 und 13,50 €/m² liegen etablierte Wohngebiete wie Melchendorf oder Bischleben. Günstigere Alternativen ab 8,50 €/m² bieten periphere Stadtteile wie Schwerborn oder Töttleben, wo ältere Häuser mit einfacherer Ausstattung dominieren. Die kontinuierliche Aufwärtsentwicklung bei Hausmieten dürfte sich fortsetzen, wenn auch in gemäßigtem Tempo. Der Erfurter Markt profitiert von stabiler Nachfrage durch Familien und dem knappen Angebot an Mietshäusern. Die moderate Quartalsentwicklung deutet auf ein nachhaltigeres Wachstum hin. Weitere leichte Mietsteigerungen erscheinen realistisch, größere Sprünge sind jedoch unwahrscheinlich.
4. Wohnungen zur Miete
aktuellem Quartal)
Der Mietwohnungsmarkt (2-3 Zimmer, ca. 60-80 m²) verzeichnet mit 10,73 €/m² im Durchschnitt einen kräftigen Anstieg von 9,16% gegenüber dem Vorjahr. Die Preisspanne von 6,85 €/m² bis 18,17 €/m² zeigt die Marktbreite. Das starke Quartalswachstum von 5,92% unterstreicht die angespannte Situation am Mietwohnungsmarkt, getrieben durch Zuzug und knappes Angebot in der Universitätsstadt. Spitzenmieten von 16,00 bis 17,50 €/m² werden in der Altstadt und modernisierten Gründerzeitvierteln wie der Johannesvorstadt erzielt. Das breite Mittelfeld zwischen 9,50 und 12,00 €/m² findet sich in Stadtteilen wie Rieth, Berliner Platz oder Moskauer Platz. Preiswerte Wohnungen ab 7,00 €/m² konzentrieren sich auf Großwohnsiedlungen in Erfurt-Nord oder dem Drosselberg. Die dynamische Entwicklung am Mietwohnungsmarkt dürfte sich abschwächen, aber nicht umkehren. Der anhaltende Zuzug, insbesondere von Studierenden und jungen Berufstätigen, stützt die Nachfrage nachhaltig. Neubauprojekte könnten mittelfristig für Entlastung sorgen. Kurzfristig ist jedoch mit weiterhin steigenden Mieten zu rechnen, wenngleich das Tempo nachlassen dürfte.































